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Schlechtes Sehen verursacht nach Schätzung des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) jährlich rund 300.000 Verkehrsunfälle hierzulande. Die Ursachen sind vielfältig: Nicht korrigierte Sehfehler beeinträchtigen womöglich die Sicht des Fahrers so stark, dass er dadurch das Verkehrsgeschehen nicht mehr klar wahrnimmt. Zudem können altersspezifische Erkrankungen wie die Linsentrübung Grauer Star oder Gesichtsfeldausfälle das Sehvermögen erheblich einschränken. "Schleichender Sehverlust, der im Alltag oft noch unbemerkt bleibt, kann im Straßenverkehr zu einem lebensgefährlichen Risiko werden", betont Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin bei TÜV Rheinland, und rät deshalb zu jährlichen Sehtests. Gerade auch für Brillenträger und Autofahrer ab dem 50. Lebensjahr ist die regelmäßige Kontrolle der Augen unerlässlich.
Generell gilt: Da mehr als 90 Prozent der Informationen, die täglich auf den Menschen einströmen, über das optische System aufgenommen werden, birgt jede unentdeckte oder unbehandelte Sehbeeinträchtigung ein gewisses Risiko. Gerade im Straßenverkehr kann das zu verspäteten Reaktionen und gefährlichen Fehleinschätzungen führen. "Kann ein Fahrer Straßenschilder oder Autokennzeichen aus 100 Metern Entfernung nicht mehr deutlich erkennen, ist das ein deutliches Warnsignal, dass mit den Augen etwas nicht stimmt", stellt die Arbeitsmedizinerin fest. Oft fallen Probleme beim Sehen, die tagsüber möglicherweise noch nicht bemerkt wurden, erst bei Dämmerung auf. Eine erhöhte Blendempfindlichkeit der Augen deutet auf ein schlechtes Sehvermögen hin, das sich zumeist bei Fahrten im Dunkeln oder auf nasser Straße bemerkbar macht.
Davon sind vor allem ältere Verkehrsteilnehmer betroffen. Rund ein Drittel aller Autofahrer ab dem 60. Lebensjahr sind aufgrund ihrer schlechten Augen nicht in der Lage, nachts sicher ein Fahrzeug zu lenken. "Früh erkannte Augenerkrankungen sind besser zu behandeln", erklärt Dr. Ulrike Roth. Darum ist ein regelmäßiger Sehtest durchaus sinnvoll - egal ob beim Augenoptiker oder Augenarzt.
Quelle : http://www.tuv.com/
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